KI & der Brandschutzbeauftragte

KI & der Brandschutzbeauftragte

Kaum ein Thema wird zurzeit so heiß diskutiert wie künstliche Intelligenz. Ich gebe zu, am Anfang war ich skeptisch, ob das im Brandschutz überhaupt etwas zu suchen hat. Ein Brand ist ein Brand, und ein Feuerlöscher bleibt ein Feuerlöscher.

Heute sehe ich das gelassener. Nicht, weil eine Software plötzlich mehr Ahnung hätte als ein erfahrener Brandschutzbeauftragter, sondern weil sie an bestimmten Stellen richtig viel Fleißarbeit übernehmen kann. Und darum soll es hier gehen. Nicht um Zukunftsmusik, sondern um die Frage, wie KI uns im Brandschutz den Rücken freihält.

Zwei sehr verschiedene Dinge, die beide KI heißen

Wenn im Brandschutz von künstlicher Intelligenz die Rede ist, sind meistens zwei völlig unterschiedliche Sachen gemeint. Das führt regelmäßig zu Missverständnissen, deshalb kurz zur Einordnung.

Das eine ist Technik, die überwacht. Kameras, die Rauch früher erkennen als ein Melder, Sensorik, die Auffälligkeiten in der Gebäudetechnik meldet. Das gibt es, in großen Objekten funktioniert es auch gut, und es kostet richtig Geld. Für die allermeisten Betriebe ist das schlicht keine Frage, die sich gerade stellt.

Das andere ist Software, die mit Sprache arbeitet. Sie liest Texte, ordnet sie und formuliert Entwürfe. Sie hängt an keinem Gebäude, sie braucht keine Installation, und in der einfachen Form kostet sie wenig bis gar nichts. Um die geht es hier, denn dort liegt der Nutzen, den ein Brandschutzbeauftragter schon morgen früh haben kann.

Brandschutzbeauftragter bei der Dokumentation am Laptop
Der größere Teil der Arbeit im Brandschutz findet nicht am Feuerlöscher statt, sondern am Schreibtisch.

Wo KI den Brandschutzbeauftragten wirklich unterstützt

Unsere Aufgabe ist es, alles dafür zu tun, dass es gar nicht erst brennt. Und der größte Teil dieser Arbeit ist ehrlich gesagt Papierkram. Dokumentation führen, Unterweisungen vorbereiten, Aushänge und Checklisten erstellen, Fachtexte für die Kollegen verständlich aufbereiten. Das ist die Arbeit, die abends liegen bleibt.

Genau diese Schreib- und Organisationsarbeit lässt sich heute abgeben. Aus Stichworten von der Begehung wird ein geordnetes Protokoll. Aus einer Betriebsanweisung werden die Fragen für die Unterweisung. Ein Aushang, den niemand versteht, wird in fünf Minuten verständlich. Das spart Zeit, und die hat man dann dort, wo sie wirklich zählt, nämlich beim Hinschauen im Betrieb.

Die Technik liefert die Vorarbeit. Die Beurteilung bleibt beim Menschen.

Ein Punkt ist mir dabei wichtig, und er ist keine Formsache. Als Brandschutzbeauftragte beraten wir den Unternehmer, wir entscheiden nicht. Ob aus einem Hinweis eine Maßnahme wird, entscheidet er. Was bei uns liegt, ist die fachliche Qualität dessen, was wir ihm vorlegen. Und deshalb darf in einem Entwurf, den wir weitergeben, nichts stehen, was wir nicht selbst geprüft haben.

Und dann ist da noch etwas: Es gibt nicht die eine KI. Inzwischen existieren sehr viele verschiedene Systeme, und jedes hat seine Stärken und seine Schwächen. Das eine formuliert am besten, das nächste verarbeitet lange Dokumente, wieder ein anderes recherchiert gründlicher. Dazu kommt die Frage, welche Daten überhaupt hineindürfen, und die ist im Brandschutz alles andere als nebensächlich.

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KI im Brandschutz: Werkzeuge, Grenzen, Prüfpflichten

Genau diese Fragen habe ich auf 25 Seiten zusammengeschrieben: sechs Werkzeuge im Steckbrief mit Preisen und Grenzen, eine Datenampel mit 24 konkreten Fällen aus dem Brandschutzalltag, sechs fertige Arbeitsaufträge zum Kopieren und die Rechtsfragen mit Fundstelle. Kostenlos, ohne Anruf, ohne Verkaufsgespräch.

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Die eine Sache, die man nie vergessen darf: blindes Vertrauen

So praktisch das alles klingt, es gibt eine Sache, bei der ich immer hellhörig werde. Ein System läuft eine Weile problemlos, alle gewöhnen sich daran, und irgendwann schaut niemand mehr richtig hin. Man verlässt sich darauf, dass die Technik es schon melden wird. Das ist der Moment, in dem es gefährlich wird.

Ein Beispiel aus einem Lehrgang, das mir im Kopf geblieben ist. Wir haben gefragt, welche Norm die Brandschutzordnung regelt. Die Antwort war richtig. Auf die Nachfrage nach einer bestimmten Abschnittsnummer und deren Wortlaut kam dann eine Nummer samt Zitat, die es in der Norm nicht gibt. Formuliert war es fehlerfrei, und genau das macht es heikel.

Diese Werkzeuge geben das Wahrscheinliche aus, nicht das Nachgewiesene. Bei bekannten Zusammenhängen liegen sie meist richtig, bei Detailfragen zu Normtexten häufig daneben. Und sie klingen dabei gleich sicher. Wer sich vollständig darauf verlässt, tauscht echte Sicherheit gegen ein gutes Gefühl. Und ein gutes Gefühl hat noch keinen Brand gelöscht.

Mein Grundsatz bleibt derselbe wie eh und je. Technik ist ein hervorragender Assistent, aber ein schlechter Chef. Sie soll uns unterstützen, nicht ersetzen. Und sie nimmt niemandem ab, selbst hinzuschauen und mitzudenken.

Was das für Sie und Ihren Betrieb bedeutet

Wenn ich das Ganze auf einen Nenner bringe: KI im Brandschutz ist eine Chance, wenn man weiß, was man tut, und ein Risiko, wenn man sie unreflektiert laufen lässt. Der Unterschied liegt nicht in der Technik. Er liegt in dem Menschen, der sie einsetzt und im Zweifel auch mal Nein sagt.

Weil sich in diesem Feld gerade viel bewegt, wird das Dranbleiben wichtiger. Wer als Brandschutzbeauftragter auf dem Stand bleibt, nutzt die neuen Möglichkeiten und geht den Fallstricken aus dem Weg. Wer stehen bleibt, verlässt sich irgendwann auf Dinge, die er nicht mehr durchschaut.

Unsere Brandschutzlehrgänge

Falls Sie tiefer einsteigen möchten: In unserer Fortbildung für Brandschutzbeauftragte greifen wir genau diese Themen auf, neben allen aktuellen Neuerungen, und schauen uns an, wie sich das im Alltag umsetzen lässt. Der nächste Termin ist am 5. und 6. Oktober 2026. Wer die Aufgabe neu übernimmt, ist bei der Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten richtig, und wer erst einmal in den Brandschutz hineinschnuppern möchte, beim Brandschutzhelfer.

Lehrgangstipp: Fortbildung für Brandschutzbeauftragte

Sie möchten diese Themen nicht nur lesen, sondern mit jemandem durchgehen, der sie täglich anwendet? Die Fortbildung umfasst 16 Unterrichtseinheiten an zwei Tagen in Siek bei Hamburg, der nächste Termin ist am 5. und 6. Oktober 2026. Und weil wir wissen, wie ärgerlich verschobene Lehrgänge sind: Jeder Termin findet statt, ab dem ersten Teilnehmer.

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Bleiben Sie sicher.

Benjamin Bockmann
Über den Autor Benjamin Bockmann

Geschäftsführer & Dozent der Instructo Academy. Über 18 Jahre Erfahrung in Ausbildung, Sicherheit und Unternehmensführung – praxisnah, verständlich und mit einer Portion Humor.

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